Bärbel Schwertfeger und der BDP

Der Bund Deutscher PsychologInnen (BDP) e.V. stritt mit Jack Nasher um die Frage, wer sich in Deutschland „Wirtschaftspsychologe“ nennen dürfe. Nasher führte den Streit federführend für alle Absolventen wirtschaftspsychologischer Studiengänge und gewann ihn vollumfänglich vor dem Bundesgerichtshof im August 2018 (Az.: I ZR 151/17). 

Die Lobby-Arbeit in der  BDP-Angelegenheit wird seit Beginn des Streits vor allem mit großem Eifer von einer Frau Bärbel Schwertfeger geleistet. Bärbel Schwertfeger ist eine ehemalige Beziehungsratgeberin, Ayurveda-Expertin und Körpersprache-Fachfrau (Buchtitel: „Die Körpersprache der Bosse“). Seit Kurzem bezeichnet sich Bärbel Schwertfeger zudem als „führende deutsche Expertin für MBA“ . Einen MBA oder irgendeine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung sucht man bei der selbsternannten Expertin vergeblich, die schon häufiger mit der Justiz zu tun hatte (s.u.). Dennoch bietet die fragwürdige Expertin eine kostenpflichtige Telefon-Hotline für Ratsuchende an. 

Bärbel Schwertfegers Eifer mag damit zusammenhängen, dass sie früher wirtschaftspsychologische Bücher im Campus-Verlag veröffentlichte, der allerdings nicht mehr mit ihr zusammenarbeitet. Bei Campus erscheinen nun die wirtschaftspsychologischen Bücher von Jack Nasher, die auch noch Spiegel-Bestseller wurden und in etlichen Ländern erschienen

 

Bärbel Schwertfeger und der Journalismus

Bärbel Schwertfeger bezeichnet sich als „freie Journalistin“. Tatsächlich jedoch ist Bärbel Schwertfeger „Chefredakteurin“ des Vereinsblattes “Wirtschaftspsychologie Aktuell”, das vom Deutschen Psychologen Verlag herausgegeben wird. Eine kleine Internetrecherche genügt, um herauszufinden, dass dieser Verlag zu 100 % dem BDP gehört. Dennoch schrieb sie zahlreiche Artikel scheinbar neutral und frei, flog aber als verdeckte Lobbyistin mehrfach auf.  

Als die WELT diese Verquickung etwa bemerkte, löschte sie Bärbel Schwertfegers entsprechenden Artikel; der unmissverständliche Grund dafür laut WELT-Redakteur Thomas Exner: „erhebliche Zweifel an ihrer Unabhängigkeit“.
Auch bei SPIEGEL Online wurde Bärbel Schwertfegers Artikel zum Thema ‚Wirtschaftspsychologe’ im Dezember 2015 von der Seite genommen. Schließlich erschien der Artikel wieder, allerdings erheblich verändert und es kam Folgendes hinzu: „… In einer früheren Fassung dieses Beitrags wurde nicht ausreichend deutlich, in welcher Beziehung die Autorin zum BDP steht, daher haben wir den Beitrag umformuliert…“

Schwertfeger selbst ist nicht nur keine „freie“ Journalistin (s.o.), tatsächlich verfügt sie über keine journalistische Ausbildung und besuchte nie eine Journalistenschule.

Nachdem sie aus dem Blog MBA-Channel ausscheiden musste, startete die Lobby-Journalistin einen Blog, der wie eine Nachrichtenseite gestaltet ist, aber offensichtlich wie eine Werbeplattform ihrer Banner-Kunden anmutet. Hier ist Bärbel Schwertfeger Betreiberin, Chefredakteurin, einzige Redakteurin (Kürzel: BS) und Anzeigenverkäuferin für Bannerwerbung in Personalunion.

 

Bärbel Schwertfeger und die Justiz

Bärbel Schwertfeger trifft häufig auf die deutsche Justiz. In einer anderen Sache erließ das Landgericht Köln bereits eine Einstweilige Verfügung gegen die Lobby-Journalistin. Dabei ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen die fragwürdige „Journalistin“ wegen „übler Nachrede, Verleumdung und weiterer Delikte“.

Das LG München verurteilte Bärbel Schwertfeger schon im November 2015 wegen falscher Berichterstattung mit Androhung von € 250 000 Ordnungsgeld oder bis zu 2 Jahren Ordnungshaft. Das OLG München hat im Juni 2016 anders entschieden und bewertete ihre Äußerungen nicht, sah sie aber als von der Meinungsfreiheit gedeckt. 

Schon vor Jahren und nun auch nach dem o.g. BGH-Urteil vom August 2018 versuchte Schwertfeger mit Hilfe ihres Anwalts Wolfgang Nägele aus Hamburg, mehrere Abmahnungen gegen Jack Nasher durchzusetzen. Sie scheiterte jedes Mal. Rechtsanwalt Wolfang Nägele versendete solche mit der Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung und der Zahlung von rund tausend Euro Anwaltskosten. Jack Nasher gab keine dieser Erklärung ab und hörte nie wieder davon. Wie oft Schwertfeger und Nägele dabei vor Gericht scheiterten, ist nicht bekannt, da man als Beklagter nicht erfährt, ob ein Antrag zurückgenommen wurde.

Laut Abmahnungen soll Jack Nasher etwa nicht mehr schreiben dürfen, dass Schwertfeger beim BDP beschäftigt sei. Dabei steht schon im Impressum, dass der BDP der Herausgeber der o.g.  Vereinszeitschrift ist. Auch soll Jack Nasher nicht schreiben dürfen, dass Bärbel Schwertfeger eine „kostenpflichtige Telefon-Hotline für Ratsuchende“ anbietet. Doch tatsächlich bewirbt die selbsternannte Expertin auf ihrer Seite eine Münchner Nummer für Informationen zu kostenpflichtigen Rat bei Fragen wie „Wo stehe ich beruflich?“. Es geht bei den Abmahnungen also nicht um inhaltliche Substanz, sondern vor allem um Versuche, Jack Nasher mürbe zu machen und finanziell zu schädigen. Vergeblich.

 

Bärbel Schwertfegers fragwürdige Methoden 

Bärbel Schwertfeger ging seit Beginn des Rechtsstreits mit folgenden Methoden vor:

  • Jack Nashers Arbeitgeber und dem Bayerischen Bildungsministerium etwa ‚meldete’ Bärbel Schwertfeger, dass Jack Nasher als Postanschrift für Firmensendungen sein Büro an der Hochschule angebe und sein Telefon weiterleite – ob das denn rechtens sei (Antwort: ja).
  • Bärbel Schwertfeger machte bei seinem Arbeitgeber darauf aufmerksam, dass er doch gar keinen Lehrstuhl hätte, wie er angebe, sondern eine Professur (Antwort: es ist dasselbe).
  • Dann schrieb sie, dass er keinen wirtschaftswissenschaftlichen Master hätte, da er in Oxford ja „Management Research“ und nicht „Wirtschaft“ studiert habe, was keiner Antwort bedarf.
  • Zur gleichen Zeit kontaktierte ein Fake E-Mail-Account und nicht existierender Journalist sämtliche Referenzen von Jack Nasher und fragte an, ob Nasher die Firmenlogos nutzen dürfe. In der gleichen Woche hielt Bärbel Schwertfeger einen Vortrag bei Zonta München und stellte die Frage in den Raum, ob Nasher denn seine Referenzen zu Recht führe.
  • Ein Professor Richard Pibernik aus Würzburg fragte per Strohmann nach Jack Nashers Doktorarbeit an und nahm sie unter die Lupe. Bemerkenswert: Pibernik ist der mutmaßliche Strippenzieher der Schmierenkampagne gegen den ehemaligen EBS-Präsidenten Christopher Jahns, gegen den Bärbel Schwertfeger in über 100 (!) Artikeln agitierte.  
  • Nachdem „leider“ keine inhaltlichen Mängel in der Doktorarbeit gefunden wurden, „entdeckte“ man einen formalen Fehler auf dem Titelblatt eines der 5 nachgereichten Bibliotheksexemplare, nämlich:
  • „Promotion zum Dr. phil. am Sir Karl Popper Institut an der Universität Wien“
    Korrekter Weise sollte es heißen:
    Promotion zum Dr. phil. (über Sir Karl Popper) am Philosophischen Institut der Universität Wien
  • Schwertfeger schrieb dann Negativartikel über Jack Nashers Arbeitgeber, die Munich Business School: Die Tatsache, dass die MBS Platz 1 unter den privaten FHs in Deutschland wurde etwa, sei „fragwürdig“, da das Wirtschaftswoche-Ranking ja „mit Vorsicht zu genießen“ sei.

  • Bärbel Schwertfeger schrieb Negativartikel über den Campus-Verlag, in dem Jack Nashers Bücher erscheinen (angeblich würden der Verlag mit zu hohen Verkaufszahlen werben). 
  • Jack Nasher wurde bei einer Veranstaltung in Konstanz folgendermaßen angekündigt: „MBS & TUM“. Jack Nasher ist Professor an der Munich Business School (MBS), an der Technischen Universität München gab er regelmäßig Doktorandenseminare, war dort aber nicht fest beschäftigt. Obwohl Bärbel Schwertfeger vom Veranstalter schriftlich mitgeteilt bekam, dass die nicht eindeutige Ankündigung von Jack Nasher weder so kommuniziert noch autorisiert wurde, warf Bärbel Schwertfeger Jack Nasher in Artikeln vor, sich absichtlich mit falschen Federn zu schmücken.

Was dieses Vorgehen von Bärbel Schwertfeger mit seriösem Journalismus zu hat, sei dahingestellt. 

 

Bärbel Schwertfegers Eifer

Die Positionen der BDP-Lobby werden also von einer dort beschäftigten, nach außen hin „freien Journalistin“, Beziehungsratgeberin, Ayurveda-Expertin, Körpersprache-Fachfrau, Telefon-Ratgeberin und MBA-Expertin (ohne MBA) vertreten.  

Nach ihrem Rauswurf bei der WELT, ihrer öffentlichen Lobby-Entlarvung durch SPIEGEL Online und der o.g. BGH-Schlappe ist es einsam geworden um Bärbel Schwertfeger. Doch die nächste Abmahnung wird wohl nicht lange auf sich warten lassen. Dieses nach Jack Nashers Ansicht an Stalking grenzende Vorgehen hat aber nichts an seiner Standhaftigkeit bezüglich der seiner Auffassung nach zutiefst unseriösen BDP-Lobbyarbeit geändert. Mit Erfolg: Bärbel Schwertfegers Ansinnen scheiterte vor dem OLG München und schließlich vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe.