Bärbel Schwertfeger und die Verflechtung des BDP e.V.

Seit Jack Nasher sich zu den fragwürdigen Verflechtungen des BDP e.V. mit der „freien“ Journalistin Bärbel Schwertfeger äußerte, hat die Angelegenheit eine erstaunliche Dynamik angenommen.

Die Öffentlichkeitsarbeit in der  BDP-Angelegenheit wird vor allem von einer Frau Bärbel Schwertfeger geleistet, die die Lobby-Positionen des Verbandes als Fakten darstellt. Bärbel Schwertfeger ist eine ehemalige Beziehungsratgeberin, Ayurveda-Expertin und Körpersprache-Fachfrau (Buchtitel: „Die Körpersprache der Bosse“). Zudem bezeichnet sie sich als „freie Journalistin“. Tatsächlich jedoch ist sie Chefredakteurin des Magazins “Wirtschaftspsychologie Aktuell”, das vom Deutschen Psychologen Verlag herausgegeben wird. Eine kleine Internetrecherche genügt, um herauszufinden, dass dieser Verlag zu 100 % dem BDP gehört.

Die Positionen der BDP-Lobby werden also von einer dort beschäftigten, nach außen hin „freien Journalistin“ verbreitet, doch die Verbindung wird geflissentlich verschwiegen.

Als die WELT diese Verquickung bemerkte, löschte sie Bärbel Schwertfegers entsprechenden Artikel; der unmissverständliche Grund dafür laut WELT-Redakteur Thomas Exner: „erhebliche Zweifel an ihrer Unabhängigkeit“.
Auch bei SPIEGEL Online wurde Bärbel Schwertfegers Artikel zum Thema ‚Wirtschaftspsychologe’ im Dezember 2015 von der Seite genommen. Schließlich erschien der Artikel wieder, allerdings erheblich verändert und es kam Folgendes hinzu: „… In einer früheren Fassung dieses Beitrags wurde nicht ausreichend deutlich, in welcher Beziehung die Autorin zum BDP steht, daher haben wir den Beitrag umformuliert…“

 

Bärbel Schwertfegers „journalistische“ Arbeitsweise 

Bärbel Schwertfeger kontaktiert seitdem regelmäßig fast jeden, der beruflich mit Jack Nasher zu tun hat:

  • Seinem Arbeitgeber und dem Bayerischen Bildungsministerium etwa ‚meldete’ Bärbel Schwertfeger, dass Jack Nasher als Postanschrift für Firmensendungen sein Büro an der Hochschule angebe und sein Telefon weiterleite – ob das denn rechtens sei (Antwort: ja).
  • Dann fragte sie, ob er denn auch wirklich 5 Jahre Berufserfahrung vor seiner Professur hatte (Antwort: ja).
  • Sie machte bei seinem Arbeitgeber darauf aufmerksam, dass er doch gar keinen Lehrstuhl hätte, wie er angebe, sondern eine Professur (Antwort: es ist dasselbe).
  • Dann schrieb sie, dass er in Oxford „Management Research“ und nicht „Management“ studiert habe, was keiner Antwort bedarf.
  • Zur gleichen Zeit kontaktierte ein Fake E-Mail-Account und angeblicher Journalist sämtliche Referenzen von Jack Nasher und fragte, ob er denn um Erlaubnis gefragt hätte, die Firmenlogos nutzen zu dürfen. 
  • Ein Professor Richard Pibernik aus Würzburg fragte mit Strohmännern nach Jack Nashers Doktorarbeit an und nahm sie unter die Lupe. Bemerkenswert: Pibernik ist der mutmaßliche Strippenzieher der Schmierenkampagne gegen den ehemaligen EBS-Präsidenten Christopher Jahns, gegen den Bärbel Schwertfeger in über 200 (!) Artikeln agitierte.  
  • Nachdem „leider“ keine inhaltlichen Mängel in der Doktorarbeit gefunden wurden, „entdeckte“ man eine formale Unvollkommenheit auf dem Titelblatt eines der nachgereichten Bibliotheksexemplare, nämlich:
    „Promotion zum Dr. phil. am Sir Karl Popper Institut an der Universität Wien“
    Korrekter Weise sollte es heißen:
    Promotion zum Dr. phil. (über Sir Karl Popper) am Philosophischen Institut der Universität Wien

Prof. Nashers Arbeitgeber ging nicht weiter auf Bärbel Schwertfeger ein. So erschienen Negativartikel über die Munich Business School: Die Tatsache, dass die MBS Platz 1 unter den privaten FHs in Deutschland wurde etwa, sei „fragwürdig“, da das Wirtschaftswoche-Ranking ja „mit Vorsicht zu genießen“ sei. Dann schrieb sie einen Negativartikel über den Campus-Verlag, in dem Jack Nashers Bücher erscheinen (angeblich würden der Verlag mit zu hohen Verkaufszahlen werben). Zweifel an Bärbel Schwertfegers Seriosität sind nicht neu. 

Was Bärbel Schwertfegers Arbeitsweise mit seriösem Journalismus zu hat, sei dahingestellt.

  

Bärbel Schwertfeger und ihre „Qualifikation“ 

Bemerkenswert: Schwertfeger selbst ist nicht nur keine „freie“ Journalistin (s.o.), tatsächlich verfügt sie über gar keine journalistische Ausbildung. Nachdem sie aus dem Blog MBA-Channel ausscheiden musste, startete sie ihren eigenen Blog, der wie eine Werbeplattform ihrer Banner-Kunden anmutet. Seit Kurzem bezeichnet sie sich als „führende deutsche Expertin für MBA“ . Einen MBA oder jegliche wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung sucht man bei der selbsternannten Expertin freilich vergeblich. 

Das LG München verurteilte Bärbel Schwertfeger im November 2015 wegen falscher Berichterstattung mit Androhung von € 250 000 Ordnungsgeld oder bis zu 2 Jahren Ordnungshaft. Das OLG München hat im Juni 2016 anders entschieden und bewertete ihre Äußerungen nicht inhaltlich, sah sie aber als von der Meinungsfreiheit gedeckt. 

Ob Bärbel Schwertfegers sonderbarer Eifer hier etwas damit zu tun hat, dass ihr der BDP mit diesem Posten bei der nur viermal im Jahr erscheinenden Vereinspostille ein vor-pensionäres Gnadenbrot spendierte oder damit, dass der Campus-Verlag, in dem sie selbst früher veröffentlichte, nicht mehr mit ihr zusammenarbeitet, sondern nun die wirtschaftspsychologischen Bücher von Jack Nasher veröffentlicht, sei dahingestellt.

Das nach Jack Nashers Ansicht an Stalking grenzende Vorgehen hat aber nichts an seiner Standhaftigkeit bezüglich der seiner Auffassung nach unseriösen BDP-Lobbyarbeit geändert. Mit Erfolg. Der BDP e.V. verlor vollumfänglich gegen Jack Nasher vor dem OLG München, die Entscheidung wurde vom Bundesgerichtshof im August 2018 bestätigt (Az.: I ZR 151/17).